generator: Kunst in den Katakomben der Universität

Lichtinstallation und Architekturfotografie auf Campus II

Das Fach der Kunstgeschichte der Universität Trier hat das Geheimnis um das mysteriöse Untergeschoss von Campus II gelüftet und dort eine Ausstellung inszeniert. Darin zeigen der international renommierte Künstler Mischa Kuball eine Lichtinstallation sowie die Architekturfotografen Claus Bach und Karola Perrot eine Fotoausstellung. Die Künstler überführen das Untergeschoss des alten Militärkrankenhauses auf dem Petrisberg in eine neue Bestimmung für die Universität und Öffentlichkeit.

Nach dem Abzug der französischen Garnison diente das Militärkrankenhaus Hospital André Genet als Studentenwohnheim. Nach aufwendiger Sanierung übernahm die Universität Trier das Gebäude für Lehre und Forschung – Konversion 2.0. Die Kellerräume blieben verschlossen und unbehelligt von äußeren Einflüssen – bis 2013 eine studentische Gruppe die Rätsel um die Unterkellerung von Campus II für einen Videobeitrag bei Uni.tv erstmals enthüllte. Ihr Film gab Ulrike Gehring, Professorin für Kunstgeschichte der Moderne an der Universität Trier, den Anstoß herauszufinden was in den unterirdischen Hallen passierte und für einen neuen kulturellen Verwendungszweck nutzbar zu machen.

In der Verbindung von Industriecharme und Lichtkunst findet der Besucher eine imposante Ausstellung in den bunkerartigen Kellerräumen, angefangen mit den Architekturfotografien im Kohlekeller, die die brachgefallenen Kasernen auf dem Petrisberg dokumentieren. Begleitet werden die Bilder von Videos mit Zeitzeugengesprächen, die Studierende aus Archiven geborgen und mit Interviews neu aufbereitet haben. Krönender Höhepunkt ist die Lichtinstallation Flashlab von Mischa Kuball in der Heizkraftzentrale. Der Raum leuchtet in glühendem Rot und wird von hellen Stroboskopblitzen durchbrochen, so dass der Betrachter gezwungen ist sich ständig neu zu orientieren.

Eine „Kathedrale der Energie“ sei entstanden, schwärmt Andreas Beitin, Leiter des Zentrums für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe. Wo früher Stromgeneratoren hinter schweren Eisentüren darauf warteten, die Unabhängigkeit der Elektroversorgung im Fall eines atomaren Angriffs zu sichern, „setzt die Ausstellung generator nun Energie frei und schafft einen Ort der Entschleunigung“, so der Lichtkünstler Mischa Kuball. „Die Universität hat das Potential dieser Räume erkannt und ist als Generator der Region genau die richtige Institution, Vergessenes sichtbar und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“ Das freut auch Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel, der den Keller des ehemaligen Militärkrankenhauses in seiner neuen Bestimmung angekommen sieht.

Weitere Informationen zu der Ausstellung:
generator.uni-trier.de